
Meine Gurus/Lehrer

Inspiration geschieht oft leise – in Momenten der Stille, der Begegnung oder des Klanges…
Meine ewige Dankbarkeit und mein Praṇām (Verneigung) gelten meinen vier Gurus (Meister). Ich fühle mich mit ihnen von Herzen verbunden. Ihr geteiltes Wissen, ihre gelebten Erkenntnisse und ihre tief verwurzelte Weisheit wirken in mir weiter, durchdringen mein eigenes Wirken und klingen in allem, was ich mit anderen teilen darf.
Nach dem Lehrer-Schüler-Prinzip (guru-shishya-parampara) bildeten sie mich traditionell aus. Behutsam ließen sie mich eintreten in die Welt der nordindischen Musiktraditionen (Gharanas). Mein Unterricht widmete sich vor allem zwei Genres der nordindischen Musiktradition: dem meditativen Dhrupad, der Stille und Tiefe und dem kreativen Khayal, der Freiheit und Ausdruck.

Auch wenn keine Worte die wahre Größe meiner Dankbarkeit erfassen können … Mein besonderer Dank gilt meinem ersten Vokal-Guru Shri Mohan Chandra Joshi aus Almora, für seine unendliche Geduld und Freude beim Lehren eines Neulings.

Getreu seinem Gesangs-Guru Sangeetacharya C.S. Pant aus Almora führte er mich in die philosophischen und spirituellen Aspekte des Singens ein. Er vermittelte mir nicht nur die Grundlagen, sondern gab mir auch einen komplexen Einblick in die gängigsten Genres der indischen Vokal-Musik. Seine fürsorgliche Unterstützung erstreckte sich mit stiller Hingabe und liebevoller Fürsorge durch dick und dünn und umfasste selbst die alltäglichen Herausforderungen während meiner gesamten Studienzeit in Indien.

Mein zweiter Vokal-Guru Shri Sachin Bandopadhyay aus Kolkata öffnete mir die Türen zur fast verstummten bengalischen Vishnupur-Dhrupad-Dhamar-Gesangstradition – ein Schatz, der in mir weiterklingt. Pflichtbewusst lehrte er mir zahlreiche überlieferte Kompositionen, reich an feinen Nuancen, durchdrungen von eleganter Schönheit und innerer Balance.



Mit aufrichtigem Dank bin ich dem angesehenen Rudra-Veena-Meister Ustad Mohi Bahauddin Dagar aus Mumbai zutiefst verbunden, der mir die seltene Gelegenheit schenkte, dieses hochverehrte Instrument, die Rudra Veena (Stabzither), im Dagar-Dhrupad-Stil zu erlernen. Durch seine außergewöhnliche Meisterschaft eröffnete er mir ein sakrales Tor zur feinstofflichen Welt der Mikrotöne und ließ mich eintauchen in eine tiefgründige, geheimnisvolle Reise.

Während meiner Aufenthalte im Gurukul in Mumbai war die Anwesenheit und Gesangskunst seines Gurus & Onkels, des Dhrupad-Meisters Ustad Zia Fariduddin Dagar aus Udaipur, für mich eine ganz besondere Bereicherung, worüber ich mich zutiefst glücklich schätze. Seine herausragende Fähigkeit, das Stimmspektrum mit höchster Präzision zu perfektionieren, hat meine vokale Entwicklung entscheidend mikrotonal geprägt.



Die Impulse und der vielschichtige Ansatz meines zweiten Veena-Gurus, Pandit Rajshekhar Vyas aus Udaipur, berührten meinen Weg tief. Sein nuanciertes Verständnis der Konstruktion der Rudra Veena eröffnete mir neue Horizonte. Aufbauend auf meiner intensiven Vertiefung in Vokalmusik und Rudra Veena in der Dagar-Tradition fügte seine Anleitung eine subtile Dimension hinzu, die meine klangliche Wahrnehmung auf ganzheitliche Weise verfeinerte.
Mein herzlichster Dank gilt auch den Familien meiner Gurus, den Mitstudierenden und allen Freunden für ihre liebevolle Begleitung auf meinem Weg.
Miniaturmalerei: Anonym (Udaipur); Private Sammlung (editiert).
Hintergrund: “Flower of Life Infinite Pattern Sacred Geometry“; Douglas James Butner, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons; (editiert & Bild-Einfügung: 2024 Das Jahr des Drachen von Hafize Daniel).
Logo: © Hafize Daniel.

